Phasenmodell der Softwareentwicklung

Realisierungsphase

Projektmitarbeiter der bisherigen Entwicklungsmannschaft, deren Aufgabenbereich in Planung und Analyse liegen, können aus dem Projekt genommen werden, da ihre Planungsaufgaben abgeschlossen sind. Statt dessen kommen neue Mitarbeiter, insbesondere Programmierer, zur Projektmannschaft hinzu.

Festlegen weiterer Programmierkonventionen

Softwaretechnik

Hierunter ist die Art und Weise zu verstehen, wie logische Probleme in die jeweilige Programmiersprache umgesetzt wrden. Es ist also sehr wichtig, nach welchen Regeln die Softwaretechnik festgeleg wird.

Dokumentationsnorm und Namenskonvention

Unabdingbar bei Projekten ist die Festlegung einer Namenskonvention von verschiedenen Dateien, z.B. Dokumentationen wie Funktionsbeschreibungen, Aufgabenbäume, Schnittstellenbeschreibungen, Datenkatalogen, Logikbeschreibungen, Protokolle, Quellcodes usw. Dies macht ein Projekt wartbarer, übersichtlicher und ermöglicht im späteren Verlauf, sich einfacher in das Projekt einzuarbeiten. Alle Beschreibungen der Dateien müssen sinnvoll qualifiziert werden, um auszuschließen, daß es zu Datenverlusten kommt, sei es durch nicht-Auffindbarkeit der Dateien, aktuelle Versionen werden durch ältere überschrieben…

Schnittstellenkonvention

Für die verwendeten Schnittstellen sollte ebenfalls eine einheitliche Konvention definiert werden um ein einheitliches Bild abzugeben und hierdurch Fehler vorzubeugen, die Einarbeitung zu vereinfachen, und die Dokumentation bereits durch die Konvention zu unterstützen.

Festlegung der Testkonventionen

Abhängig von den einzelnen Punkten wie Teststrategie und Testumgebung ist auch der Aufwand, der zur Entwicklung von Testtreibern und weiteren Testhilfen entsteht, zu berücksichtigen. Entsprechend sollten die folgenden Punkte detailliert festgelegt werden:

  • Teststrategie
    Die gängigen Strategien sind:
    • Top-Down-Strategie
    • Bottom-Up-Strategie
    • Branchwise (zweigweises Testen)
  • Testumgebung
    Nachdem die Teststrategie festgelegt worden ist, kann die geeignete Testumgebung festgelegt und implementiert werden. Es ist ferner eine Liste sämtlicher benötigter Treiberprogramme sowie aller benötigten Testhilfen und Testwerkzeuge anzufertigen.
  • Testabdeckungsgrad
    Dieser muß im maximalen Maße Berücksichtigung finden.

 Erstellung der Programmlogik

Programme wirklich logisch saube und wartbar aufzubauen ist nur durch Erstellung einer entsprechenden Programmlogik vor der Realisierung der Programme möglich. Dies ist u.a. mittels

  • Struktogramme
  • Programmablaufsplan (PAP)

zu realisieren.

Ermittlung der Testfälle und erstellen der Testdaten

Um ein systematisches Testen überhaupt erst zu ermöglichen, müssen Testfälle ermittelt und Testdaten dazu erstellt werden. Die folgenden Reihen/Gruppen sind im Einzelfall zu unterscheiden:

  • Normalfälle
  • Grenzfälle
  • Fehlerfälle

Ermittlung der Testfälle und erstellen der Testdaten können parallel zum nächsten Punkt durchgeführt werden.

Programmieren/Codieren der Programme

Dieses ist die eigentliche Haupttätigkeit in der Realisierungsphase. Nach den vorherigen Spezifikationen werden nun die Programmteile realisiert. Hierbei sollten zunächst die Module realisiert werden, die eine zentrale Bedeutung für das Gesamtsystem haben bzw. von anderen Modulen für die Erledigung der Aufgabe benötigt werden.

Parallel zur Programmierung werden bereits die Module getestet, abschließend jeweils das komplette Programm entsprechend der Test-Spezifikation.

Erstellen der Dokumentation

Zusätzlich zur eigentlichen Programmdokumentation, welche während des Projekts erstellt wird, sind eine Reihe von weiteren Dokumentationen zu erstellen. Hierzu gehören ggf. das Benutzerhandbuch für den Anwender, Rechenzentrumshandbuch bei Großrechner-Programmen…

Meilensteinergebnis
Das Meilensteinergebnis der Realisierungsphase ist das überprüfte, getestet, ggf. evaluierte Programmsystem, welches durch die Verantwortlichen zum Probebetrieb freigegeben ist.