Auf dieser Seiten sollen Antworten auf Fragen hinterlegt werden, die mir im Laufe meiner Arbeit mit LaTeX begegnet sind.
Hierzu gibt es einen eigenen Artikel unter Gentoo TeXLive-Installation.
Die verfügbaren Ausgabebefehle für Zähler sind:
\arabic{zähler}: arabische Ziffern (1,2,3,4…)\roman{zähler}: kleine römische Ziffern (i, ii, iii, iv,…)\Roman{zähler}: große römische Ziffern (I, II, III, IV,…)\alph{zähler}: Kleinbuchstaben (a, b, c, d,…)\Alph{zähler}: Großbuchstaben (A, B, C, D,…)
Bei den Buchstaben entspricht a=1 und z=26.
Einige Zeichen haben in LaTeX eine besondere Bedeutung als Befehlszeichen, so daß eine direkte Ausgabe dieser Zeichen nicht möglich ist, da sie nicht als Symbol sondern als Befehlszeichen interpretiert werden. Einige dieser Befehlszeichen können durch Quoting, d.h. durch das voranstellen eines \ direkt ausgedruckt werden. Dies ist für die Zeichen # $ & _ % { } möglich.
| zu druckendes Zeichen | Befehlsfolge |
|---|---|
| # | \# |
| $ | \$ |
| & | \& |
| _ | \_ |
| % | \% |
| { | \{ |
| } | \} |
Einige Zeichen können jedoch nicht hierüber gesetzt werden, hierfür muß der Umweg über die direkte Angabe des Zeichens im Zeichensatz erfolgen. Dies kann über die Befehlsfolge \symbol{num} erfolgen:
| zu druckendes Zeichen | Symbolnummer (dezimal) |
|---|---|
| ^ | 94 |
| ~ | 126 |
| \ | 92 |
| " | 34 |
Für einige Sonderzeichen, die nicht auf der Tastatur zu finden sind, existieren symbolische Namen, um diese zu setzen.
| zu druckendes Zeichen | Symbolname |
|---|---|
| § | \S |
| † | \dag |
| ‡ | \ddag |
| ¶ | \P |
| © | \copyright |
| £ | \pounds |
In einigen Ländern kommen weitere Sonderbuchstaben vor, die ebenfalls über eine Befehlsfolge gesetzt werden können:
| zu druckendes Zeichen | Befehlsfolge | zu druckendes Zeichen | Befehlsfolge |
|---|---|---|---|
| Œ | {\OE} | œ | {\oe} |
| Æ | {\AE} | æ | {\ae} |
| Å | {\AA} | å | {\aa} |
| Ø | {\O} | ø | {\o} |
| SS | {\SS} | ß | {\ss} |
| Ł | {\L} | ł | {\l} |
| ¡ | !' | ¿ | ?' |
Die Markierungen der itemize-Umgebung werden für die einzelnen Ebenen durch die Befehle
\labelitemi, \labelitemii, \labelitemiii, \labelitemivbzw. für die
enumerate-Umgebung durch
\labelenumi, \labelenumii, \labelenumiii, \labelenumivbestimmt. Durch eine Redefinition können diese lokal oder global angepaßt werden.
Beispiel: Um die Markierung der dritten Ebene von der standardmäßigen Markierung * auf + zu ändern, ist die
Redefinition von \labelitemiii über
\renewcommand{\labelitemiii}{+}
notwendig. Entsprechend kann auch die enumerate-Markierungen modifiziert werden. Dabei können als Markierung auch
mehrere Zeichen verwendet werden. Bei der enumerate-Umgebung muß noch für die automatische Numerierung auf den entsprechenden Zähler verwiesen werden, die über die Namen: enumi, enumii, enumiii und enumiv angesprochen werden können.
Beispiel: Soll die Nummerierung der zweiten Ebene einer enumerate-Umgebung durch arabische Ziffern, gefolgt von ) erfolgen, so ist \labelenumii über
\renewcommand{\labelenumii}{\arabic{enumii})}
umzudefinieren. Der Zähler enumii wird mit dem Befehl \arabic{…} in arabischen Ziffern ausgegeben, für weitere Formatierungsbefehle für Zähler siehe Ausgabeformatierung von Zählern.
Sub-Gleichungen, d.h. Gleichungen mit einer Unternumerierung, können einfach über das Paket deleq (CTAN:pub/tex/macros/latex2e/contrib/deleq) erstellt werden. Durch dieses Paket werden 4 neue Umgebungen definiert, die Sub-Gleichungen bereitstellen. Dabei sind jeweils 2 für equation-artige und 2 für eqnarray-artige vorhanden. Die Umgebungen deqn bzw. deqarr erzeugen eine neue Gleichungsnummer, die zusätzlich alphabetisch untergliedert ist – die Umgebungen ddeqn bzw. ddeqarr führen eine vorherige Subgleichungsnummer weiter. Desweiteren können die folgenden Kommandos in den Gleichungen angegeben werden:
\heqno: Gleichung eine erhöhte Nummer ohne Untergliederung zuweisen.\nydeqno: Erhöht die Hauptgleichungsnummer und beginnt die Untergleichungsnummer bei (a).\arrlabel{<Label>}: Wie \label, nur das hierbei die Hauptgleichungsnummer beim Referenzieren erhalten wird.\rem{<Text>}: setzt den <Text> linksbündig zum normalen Textfluß. Die Ausrichtung der Formelteile aufeinander bleibt jedoch erhalten.
Um Graphiken direkt mit LaTeX zu erstellen, gibt es mehrere Möglichkeiten als Zusatzpakete oder die integrierte picture-Umgebung. Alle haben ihre jeweiligen Stärken und Schwächen, so daß für den benötigten Verwendungszweck die richtige Methode, d.h., die, die das Problem entsprechen lösen kann, ausgewählt werden.
Einige der möglichen Zusatzpakete bzw. Umgebungen sind
picture-Umgebung. Sie ist nativ in LaTeX enthalten und bietet die Möglichkeit, einfache Graphiken zu erzeugen. Hierzu gibt es einen eigenen Artikel unter Die picture-Umgebung. picture-Umgebungen können auch u.a. über Gnuplot und XFig erzeugt werden.mga-tex: Eine Umgebung, die die picture-Umgebung erweitert und vielfältige Möglichkeiten bereitstellt, Graphiken und Diagramme direkt in LaTeX zu erzeugen. Zu beziehen ist dieses Paket unter http://www.math.uni-wuppertal.de/~fritzsch/mfpic ermöglicht den Satz von Graphiken über Metafontxy (xy-pic) erzeugt ebenfalls mit Metafont und LaTeX vielfältigste Arten von Graphen, Ablaufdiagramm undähnlichen Schemata.pstricks liefert praktisch alle Möglichkeiten, um auch komplexe Illustrationen zu erzeugen. Jedoch werden diese nur in PostScript angezeigt, d.h. die DVI-Datei muß zuerst in PostScript übersetzt werden (z.B. durch dvips). Sollen PDF-Dateien erzeugt werden, so muß das Paket pdftricks statt pstricks eingebunden werden und die Graphiken über einen Konverter nach PDF konvertiert werden. Ein Konvertierungsscript ist zu finden unter pst2pdf auf tug.org.texdraw ist eine weitere Möglichkeit, Abbildungen über PostScript zu erstellen.metapost ist ebenfalls eine Variante, um Abbildungen über PostScript zu erstellen
GnuPlot ist ein Programm, womit Graphen von Datenreihen sowie Graphen von Funktionen gezeichnet werden können. Neben der Ausgabe in verschiedene Graphikformate stellt GnuPlot auch die Möglichkeit bereit, den erzeugten Graphen direkt als LaTeX-Quelltext auszugeben. Die Graphik wird dann innerhalb einer picture-Umgebung erzeugt und wird durch die GnuPlot-Befehle
set output "filename.tex" set terminal latex
erreicht. Dabei wird mit dem ersten Befehl die Ausgabedatei für GnuPlot angegeben, der zweite setzt dann die Ausgabe auf LaTeX-Quellcode.
Manchmal möchte man vielleicht mit LaTeX auch Graphiken erzeugen, die anschließend in einem Graphikformat wie .png oder .jpg vorliegt. Natürlich kann man eine dvi-,ps- oder pdf-Datei in ein Graphikformat konvertieren, hierfür existieren die verschiedensten Programme. Nachteil dabei ist jedoch, daß eine komplette Seite konvertiert wird. Natürlich könne man die entstehende Graphik nachträglich bearbeiten und entsprechend zusammenschneiden. Aber warum sollte man eine Graphik, und nur die Graphik, die z.B. mit ps-tricks, picture-Umgebung usw. nicht auch direkt in ein Graphikformat konvertieren können, um sie z.B. auf einer Website zur Verfügung zu stellen? LaTeX bietet hierfür auch eine Lösung (vielleicht auch mehrere):
Eine Lösung hierfür ist die Verwendung des Paketes pst-eps aus der ps-tricks-Suite. Hiermit können Teilbereiche eines LaTeX-Dokuments für die Konvertierung nach eps vorbereitet werden. Dabei stehen die nach EPS zu konvertierenden Teile zwischen den Kommandos \TeXtoEPS und \endTeXtoEPS. Nach einem latex <dokument> wird die entstehende DVI-Datei mit dvips -E -o <ausgabe.eps> <eingabedatei.dvi> nach EPS konvertiert (man beachte die Option -E für die Konvertierung nach eps. Die EPS-Datei kann dann in das gewünschte Graphikformat konvertiert werden, z.B. mittels convert <eingabedatei.eps> <ausgabedatei.jpg> ins JPEG-Format.
Grundgerüst
\documentclass{article}
\usepackage{pst-eps}
\pagestyle{empty}
\begin{document}
\TeXtoEPS
<hier fügt man die zu konvertierende LaTeX-Kommandos, Texte usw. ein>
\endTeXtoEPS
\end{document}
Nehmen wir an, die LaTeX-Datei heißt foo.tex und eine inneliegende Graphik soll nach JPEG konvertiert werden, wobei das o.g. Grundgerüst verwendet wurde. Dann sind die folgenden Schritte durchzuführen:
Konvertierung LaTeX nach JPEG
$ latex foo.tex # erstellt die DVI-Datei $ dvips -E -o foo.eps foo.dvi # Wandelt die DVI-Datei in eine EPS-Datei um $ convert foo.eps foo.jpg # Wandelt EPS- in JPEG-Datei um
Für das Konvertierungsprogramm von EPS ins Graphikformat gibt es verschiedene Möglichkeiten, in dem Beispiel oben wird convert aus ImageMagick verwendet.
Auch wenn das Paket pst-eps zur PS-Tricks-Suite gehört, ist die Konvertierung nach EPS nicht nur auf PS-Tricks beschränkt, zwischen \TeXtoEPS und \endTeXtoEPS kann alles stehen, was in einem LaTeX-Dokument gültig ist - sowohl Graphiken (z.B. über PS-Tricks oder picture-Umgebung), mathematische Formeln, Texte, usw.