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Einführung

Entstehung

Unix

Linux ist nur ein Teil in einer langen Kette von UNIX-Betriebssystemen. Die erste UNIX-Version, der Urahn von Linux, wurde 1969 von Ken Thompson auf einem DEC PDP-7 implementiert. 1971 wurde UNIX zusammen mit Dennis Ritchie in die Programmiersprache C umgeschrieben.

Unix ist im Grunde nur ein Oberbegriff für diverse abgeleitete Betriebssysteme, sogenannte Derivate von den einzelnen Herstellern, die meist ähnlich klingen und auf -ix enden, z.B. Sinix, Xenix, Ultrix, Irix …

Herausragende Merkmale des UNIX-Betriebssystems sind :

  • hierarchisches Dateisystem
  • identische Schnittstelle für Daten-, Geräte- und Interprozeß- Ein-/Ausgabe
  • Hintergrundprozesse
  • Prozeßkonzept zur Realisierung synchroner und asynchroner Vorgänge
  • Filtertechnik
  • viele Werkzeuge
  • ein hohes Maß an Portabilität

Linux

Der Vater und Entwickler von Linux ist Linus Benedict Torvalds, ein finnischer Student. Im September 1991 erschien die erste „öffentliche“ Version von Linux. Seit dieser Zeit haben sich viele Studenten und andere Interessierte an der Weiterentwicklung beteiligt und ermöglichten im Frühjahr 1994 die Version 1.0. Der Vorteil von Linux gegenüber UNIX liegt in der größeren Palette von unterstützen Hardware-Komponenten und den effizienteren Code in vielen Bereichen.

Der Begriff Linux bezeichnet eigentlich nur den Kernel. Der Kernel ist der innerste Teil eines Betriebssystems mit elementaren Funktionen wie Speicherverwaltung, Prozeßverwaltung und Steuerung der Hardware.

Der Code des Linux-Kernels ist frei, daß bedeutet, dieser kann von jedem weiterentwickelt und angepaßt werden. Aus diesem Grund gibt es ständig neue Linux-Kernel-Versionen, die im Internet veröffentlicht werden und von jedem benutzt werden können. Man erhält nicht „den“ Linux-Kernel, sondern nur den Quell-Code und muß sich seinen eigenen Kernel auf seinem Rechner kompilieren.

Die oberste Entscheidung, welche Eigenschaft in den Kernel mit hineingenommen wird und ab wann dieser als stabiler Anwender-Kernel deklariert wird, liegt allein bei Linus Torvalds. Anhand der Versionsnummern des Kernels kann erkannt werden, um welchen Typ von Kernel es sich handelt. Stabile Anwender-Kernel haben eine gerade Nummer nach dem ersten Punkt, Entwickler-Kernel eine ungerade. Z.B. Bezeichnen die Nummern 1.2.n, 2.0.n und 2.2.n stabilen Kernel, die Nummern 1.3.n, 2.1.n und 2.3.n die Entwickler-Kernel.

Aktuelle Kernel-Version ist zur Zeit 2.6.14 (wobei sich dieses jetzt schon wieder geändert haben könnte :-) ).

Leistungsfähigkeit des Kernel 2.0

  • Linux unterstützt Multitasking (gleichzeitige Abarbeitung mehrerer Prozesse), Multiuser-Betrieb (gleichzeitige Nutzung durch mehrere Anwender), Paging (Auslagerung von Speicher auf die Festplatte, wenn zuwenig RAM zur Verfügung steht), Shared Libraries (Bibliotheken mit Systemfunktionen werden nur einmal geladen, wenn sie von mehreren Prozessen benötigt werden), Interprocess Communication (IPC) und seit Version 2.0 sogar Symmetrix Multi Processing (SMP, die Nutzung mehrerer Prozessoren).
  • Linux unterstützt praktisch die gesamte gängige PC-Hardware: alle Intel-386-kompatiblen Prozessoren; die Bussystem ISA, VLB, EISA, und PCI; die meisten (E)IDE- und SCSI-Festplatten-Controller und die daran angeschlossenen Festplatten, CD-ROM-Laufwerke und Streamer; die meisten marktüblichen CD-ROM-Laufwerke, die nicht am IDE- bzw. SCSI-Bus betrieben werden; die meisten Netzwerkkarten, Mäuse etc. (vollständige Liste in der Hardware-HOWTO).
  • Linux unterstützt nicht nur INTEL-Prozessoren, sondern auch den DEC-Alpha-Prozessor, Sun Sparc, Mips, Motorola etc.
  • Linux verwendet ein eigenes Dateisystem (ext2fs). Dateinamen dürfen bis zu 255 Zeichen haben, Dateien bis zu 16 GByte und Dateisystem bis zu 4 TByte groß werden. Es ist mit einer Menge von Sicherheitsmerkmalen ausgestattet.
  • Unter Linux kann auf viele fremde Dateisystem zugegriffen werden: DOS, Win95 (mit langen Dateinamen), OS/2 (nur Lesezugriff), NTFS (ab 2.2.n), Minix, NFS (Netzwerkdateisystem) etc. Ein Zugriff auf komprimierte DOS/Windows-Partitionen ist allerdings nicht möglich (bzw. nur über den recht umständlichen Weg des DOS-Emulators).
  • Linux unterstützt mehrere Binärformate für die Ausführung von Binärdateien: a.out (Standard bis Version 1.0), ELF (Standard seit Version 1.2) und iBCS2. iBCS2 ermöglicht es, viele kommerzielle Programme von SCO-Unix ohne eine Neuübersetzung bzw. Portierung auf Linux zu verwenden.
  • Unter Linux steht eine ganze Palette von Netzwerkprotokollen zu Verfügung (TCP/IP, PPP, SLIP).

GNU und General Public License (GPL)

Linux ist frei und wird unter der GPL veröffentlicht. Dabei heißt frei nicht nur kostenlos, sondern bezieht sich aber auch und vor allem auf die Verfügbarkeit des gesamten Quellcodes. GNU-Programme sind (unter gewissen Einschränkungen) frei kopierbar. Programme, die mit Code aus GNU-Programmen geschrieben wurden, dürfen zwar verkauft werden, der Programmcode des neuen Systems muß abermals frei verfügbar sein. Diese Regelung stellt sicher, daß Erweiterungen am System allen Anwendern zugute kommen. Die Kernaussage der GPL liegt darin, daß zwar jeder den Code verändern und sogar die resultierenden Programme verkaufen darf, aber gleichzeitig der Anwender / Käufer das Recht auf den vollständigen Code hat, diesen ebenfalls verändern und wieder kostenlos oder kostenpflichtig weitergeben darf. Jedes GNU-Programm muß zusammen mit der vollständigen GPL weitergegeben werden.

Ziel der Entwickler von GNU und Linux war es also, ein System zu schaffen, dessen Quellen frei verfügbar sind und es auch bleiben. Um einen Mißbrauch auszuschließen, ist Software, die im Sinne von GNU entwickelt wurde und wird, durch die General Public License (GPL) geschützt. Hinter der GPL steht die Free Software Foundation (FSF). Diese Organisation wurde von Richard Stallmann (dem Autor des Editor Emacs) gegründet, um qualitativ hochwertige Software frei verfügbar zu machen.

informatik/linux/lnxkub/lnxkub_einfuehrung.txt · Zuletzt geändert: 14.11.2010 10:46 (Externe Bearbeitung)
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